Gewerbe in Groß-Bieberau: Warum unsere Stadt nur mit starken Betrieben stark bleibt

Groß-Bieberau lebt nicht von Konzeptpapieren.
Groß-Bieberau lebt von Menschen, die hier Betriebe führen, ausbilden, investieren und Verantwortung übernehmen. – Daher ist die Zusammenarbeit von Gewerbe, Verhaltung und Politik für unsere Stadt so wichtig.

Gewerbe in Groß-Bieberau: Warum unsere Stadt nur mit starken Betrieben stark bleibt

Groß-Bieberau lebt nicht von Konzeptpapieren.
Groß-Bieberau lebt von Menschen, die hier Betriebe führen, ausbilden, investieren und Verantwortung übernehmen.

Gewerbe, Handwerk und Dienstleister sind kein Randthema kommunaler Politik. Sie sind die Grundlage dafür, dass unsere Stadt handlungsfähig bleibt – für Kitas, Vereine, Infrastruktur und ein funktionierendes Gemeinwesen. Wer über die Zukunft von Groß-Bieberau spricht, muss deshalb immer auch über das Gewerbe sprechen.

Wenn Dialog zum Ritual wird

Seit 1998 bin ich mit meinem Unternehmen in Groß-Bieberau ansässig. Seit vielen Jahren begleite ich die Entwicklung zudem als Vorstand des Gewerbevereins. In dieser Zeit habe ich vieles erlebt – Positives wie auch Phasen des Stillstands.

In den letzten Jahren ist eines deutlich geworden: Der Dialog zwischen Gewerbe, Verwaltung und Politik ist leiser geworden. Es gibt formell noch Gespräche, ja. Einmal im Jahr ein sogenanntes „Gewerbegespräch“, meist mit Podium, Frontalberichten aus der Verwaltung und wenig Raum für echten Austausch.

Doch ein Gespräch, aus dem nichts folgt, ist kein Dialog.
Und wenn sich nichts bewegt, bleiben die Menschen irgendwann weg.

Das ist kein persönlicher Vorwurf an einzelne Akteure. Es ist ein strukturelles Problem – und genau deshalb muss es auch strukturell gelöst werden.

Handwerk und Ausschreibungen: Ein echtes Prozessproblem

Besonders deutlich zeigt sich diese Schieflage beim Handwerk. Viele Betriebe berichten von langen Antwortzeiten, unklaren Rückmeldungen und Verfahren, die sich ziehen. Und nicht selten entsteht am Ende der Eindruck, dass trotz lokaler Kompetenz doch extern vergeben wird.

Das erzeugt Frust.
Und Frust führt dazu, dass gute Betriebe irgendwann gar nicht mehr anbieten.
Wenn Handwerker aufhören, Angebote abzugeben, haben wir kein Qualitätsproblem. Dann haben wir ein Prozessproblem. Und dieses Problem schadet unserer Stadt – wirtschaftlich wie gesellschaftlich.

Vier Veränderungen, die wirklich etwas bewegen

Wer Vertrauen zurückgewinnen will, braucht keine Symbolpolitik, sondern klare Strukturen. Aus meiner Sicht sind vier Veränderungen entscheidend:

Erstens: ein fester Ansprechpartner für das Gewerbe.

Eine klar benannte, erreichbare Zuständigkeit in der Verwaltung für Gewerbe, Handwerk und Dienstleister. Jemand, der koordiniert, Rückmeldungen gibt und Verantwortung übernimmt.

Zweitens: echter Dialog statt Rituale.

Regelmäßige Runden auf Augenhöhe – mit klarer Agenda, konkreten Ergebnissen und transparenter Rückmeldung, was umgesetzt wurde und was nicht. Kein Dialog ohne Ergebnis.

Drittens: faire und verlässliche Verfahren.

Ausschreibungen müssen so gestaltet sein, dass lokale Betriebe realistisch mitbieten können: rechtssicher, transparent und wertschätzend. Es geht nicht um Bevorzugung, sondern um Ermöglichung.

Viertens: frühzeitige Einbindung des Gewerbes.

Gerade bei Standortentscheidungen oder größeren Veränderungen muss das Gewerbe von Anfang an mitgedacht werden – nicht erst, wenn alles beschlossen ist.

Gewerbeflächen und Infrastruktur strategisch betrachten

Gewerbeflächen sind knapp. Das Bahngelände am alten Bahnhof ist seit Jahren ein Thema – bislang jedoch ohne klare Perspektive. Hier braucht es Transparenz, Tempo und eine erkennbare Linie.

Auch die geplante B38-Umgehung ist für das Gewerbe hochrelevant. Sie wird Entlastung bringen, aber zugleich Verkehrsströme und Rahmenbedingungen verändern. Solche Entwicklungen darf man nicht einfach geschehen lassen. Man muss sie gemeinsam mit dem Gewerbe gestalten.

Gewerbe ist auch Finanzpolitik

Gerade in finanziell angespannten Zeiten zeigt sich, wie wichtig starke Betriebe vor Ort sind. Sie sichern Einnahmen, Arbeitsplätze und Handlungsspielräume für die Kommune. Gleichzeitig müssen Ausgaben konsequent nach Wirkung priorisiert und laufende Betriebskosten gesenkt werden – statt Stillstand zu verwalten.

Gewerbepolitik ist deshalb immer auch verantwortungsvolle Finanzpolitik.

Ein klares Ziel

Groß-Bieberau soll wieder ein Ort sein, an dem Unternehmen gerne bleiben, investieren und wachsen. Ein Ort, an dem Verwaltung, Politik und Gewerbe wieder miteinander arbeiten – verlässlich, respektvoll und lösungsorientiert.

Dafür braucht es Haltung, Struktur und den Willen, Dinge wirklich zu verändern.

Dafür trete ich an als Listenkandidat der FWG Groß-Bieberau im Rahmen der hessischen Kommunalwahl am 15.3.2026 an.

FWG - Listenplatz 5